Barrierefreiheit ultimativ gefordert

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Arnd Hellinger vor Stufen
Arnd Hellinger vor Stufen
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Bochum (kobinet) Mit einer ultimativen Forderung nach Barrierefreiheit hat sich heute Rollstuhlaktivist Arnd Hellinger an seine Genossinnen und Genossen vom Kreisverband Bochum der Linken gewandt. Mit einiger Empörung erhielt er heute die Einladung zur Delegiertenwahlversammlung am 6. Januar im Wahlkreisbüro der Bundestagsabgeordnetin Sevim Dagdelen, schrieb Hellinger (mit Kopie an kobinet). "Dieses entspricht aber, wie von mir schon mehrfach thematisiert, in keinster Weise den Anforderungen der Barrierefreiheit", monierte der Bochumer und beantragte die Verlegung "in für ALLE uneingeschränkt nutzbare Räumlichkeiten", wie zum Beispiel in der Christus-Kirche oder im Jahrhundert-Haus.

"Weiterhin ergeht - wiederholt - der Antrag, sowohl das Wahlkreisbüro als auch die Kreisgeschäftsstelle ("KV-Büro") Bochum endlich in barrierefreie Räume zu verlegen, wie es auch die Bundespartei fordert. Auch bitte ich nochmals, Mitgliederversammlungen und sonstige parteiöffentliche Veranstaltungen nur noch barrierefrei durchzuführen", betonte Hellinger. "Sollte die Umsetzung dieser Forderungen bis zum 10. Januar nicht unumkehrbar eingeleitet worden sein, werde ich aus dieser Partei austreten. In diesem Falle würde ich Menschen mit Behinderungen auch generell dazu raten müssen, künftig andere Parteien zu wählen."

Lesermeinungen zu “Barrierefreiheit ultimativ gefordert” (4)

Von stefan

Lieber Arnd,

ich kann deine Wut nachvollziehen. Wenn es selbst so kleine (geld- und mitglieder-)arme Kreisverbände wie Neuss oder benachbarte Kreisverbände wie Dortmund schaffen eine weitgehend barrierefreie Geschäftsstelle zu mieten bzw. umzubauen, dann sollte es in Bochum wohl auch endlich machbar sein. Denn schließlich forderst du das als betroffener Bochumer Genosse ja auch seit vielen Jahren ein.

Aber offenbar haben die Verantwortlichen in Bochum es immer noch nicht kapiert, dass sie nicht nur den "etwas lästigen" Herrn Hellinger ausgrenzen und diskriminieren, sondern mit ihm viele andere BürgerInnen der Stadt.

Ich finde, dein Ultimatum richtig und unterstütze das. In den Kreisverbänden, in denen ich bisher aktiv war, bin ich zum Glück nach mehr oder weniger langem Bohren dicker Bretter dann doch irgendwann auf mehr als nur einen Holzwurm gestoßen, so dass ich zumindest daran mitarbeiten konnte, dass diese jeweiligen Büros barrierefrei wurden.

Ich hoffe inständig, dass die Bochumer GenossInnen endlich begreifen, dass sie Menschen diskriminieren, und schnellstens Abhilfe schaffen. Denn ansonsten würde ich es sehr bedauern, wenn du unsere Partei verlassen würdest. Wir brauchen deine laute Stimme und deine positive Energie in der Partei!

Mit solidarischen Grüßen!
Stefan

Von DanielM

@ Arnd Hellinger,

Sehr geehrter Herr Hellinger,
also ich bin als Rollstuhlfahrer seit mehreren Jahren in der SPD auf Kreis-, Bezirks und Landesebene aktiv. Zwar hat es etwas gedauert aber mittlerweile habe ich festgestellt dass bei öffentlichen Terminen auf Bezirks- und Kreisebene schon geschaut wird, dass diese barrierefrei sind.
Und die Veranstaltungsorte von Interessengruppen von Behinderten auf Bezirks- und Landesebene sind bei uns jedenfalls sowieso barrierefrei. Dies zu Ihrer Information.
Mit freundlichen Grüßen
Daniel Monazahian

Von Arnd Hellinger

@harle

Ja, klar ist es notwendig und wichtig, IN der Partei für Barrierefreiheit und Gleichstellung zu kämpfen. Das ist doch keine Frage.

Wenn aber im KV Bochum entsprechende Anträge oder Vorschläge meiner Person und der zuständigen BAG/LAGg seit Jahren ignoriert, verschleppt und abgelehnt werden, darf doch wohl auch ich einmal mit dem Äußersten drohen, oder???

Von harle

@Arnd Hellinger

Zitat: "In diesem Falle würde ich Menschen mit Behinderungen auch generell dazu raten müssen, künftig andere Parteien zu wählen."

Nur welche von den anderen Parteien, Mister Arnd Hellinger?

Und ja doch, es war schon immer und ist ja viel bequemer, sich den Parteien, wenn einem die ganze Richtung nicht mehr passt, sich ihnen zu verschließen und selbst sich einzuschließen, als weiter dort und da um Barrierefreiheit, Gleichstellung und Gerechtigkeit zu kämpfen - wie und wo auch immer.

"Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren."