Inklusion beste Bewusstseinsbildung
Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul
Bild: Privat
London (kobinet) "Je mehr behinderte Menschen am ganz normalen Leben teilnehmen, Seilbahn fahren, einkaufen, ins Kino oder Theater gehen, desto normaler wird es, auch behinderte Kunden zu haben und eben auch mit ihnen zu reden." Diese Schlussfolgerung trifft die in London lebende Christiane Link in ihrem Blogbeitrag bei ZEIT ONLINE mit dem Titel "Rückwärts einsteigen".

Von lehmä
@ Gerti
Warum so weit weg gehen? Wie steht es bei uns? Habe Erfahrungen mit Tochter mit Tetraspastik + hoher Sehbehinderung und Tochter mit fortgeschrittener MS (keine Schübe, sondern progredient – diese progrediente Form wird in allen Berichten über MS immer ausgeblendet, wir kennen nur „Schübe“). Was macht man, wenn man ein paar orthopädische Schuhe benötigt – die zugegeben einen „Wahnsinnspreis“ – haben, wie oft kommt da der MDK ins Haus, um lapidar festzustellen, die „Druckstellen“ ließen sich mit Zugsalbe (gegen offene Wunden) beseitigen oder einen E-Rollstuhl, was macht man gegen Doppelbilder ... außer „Cortison“ …? - Was macht man hier? Man notiert und registriert und lehnt ab. Neue Medikamente werden wg. Interessenskonflikten zwischen USA und Europa und umgekehrt zwischen Europa und USA nicht zugelassen, vom Markt genommen… Die Reihe ist endlos. Eigentlich wollte ich nicht allzu persönlich werden. – Doch mir platzt dann doch der Kragen… Da hilft auch keine „Überredungskunst“!
Von Johann
@ Gerti
Nur ein Hinweis: Ottmar Miles-Paul verweist in seiner Nahcricht auf einen Beitrag in "zeit online", siehe "Link zum Beitrag".
Auch dort kann man Lesermeinungen schreiben.
Von Lesebrille
@Gerti
Ich bin zwar nicht Frau Link, aber vielleicht hilft Ihnen ja folgende Seite weiter: http://www.behindertenparkplatz.de/page/2/ .
Auf dieser (und nicht nur dort) schreibt Frau Link über Ungerechtigkeiten und Menschenrechtsverletzungen in UK gegenüber den BürgerInnen mit Behinderung.
P.S. Ich habe fürs Suchen und Finden keine fünf Minuten gebraucht!
Von Gerti
Ergänzung:
Selbst in der Wochenzeitschrift "Der Spiegel" sind mittlerweile Veröffentlichungen zu verzeichnen, in denen über chronisch kranke und Behinderten Menschen, die in Großbritannien leben, berichtet wird, dass den Genannten nicht einmal die orth. Hilfsmittel von der Krankenkasse (dem National Haelth Service) finanziert werden. Was sagen Sie nun, Frau Link?
Von Gerti
Lange vor dem zweiten Weltkrieg waren viele Jüdinnen und Juden in Deutschland (nach heutigem Wortverständnis) inkludiert. Hatten angesehene Berufe, waren zum Teil zum Katholizismus und zum evangelischen Glauben konvertiert, waren gesellschaftlich hoch anerkannt.
ABER: 1933 drehte sich der gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Wind und die Jüdinnen und Juden waren nicht mehr anerkannt, sondern wurden verfehmt und verfolgt und ermordet, so sie nicht bei eins-zwei-drei auf den Bäumen, d.h. außer Landes, am besten nach Übersee ausgewandert waren und so ihr Leben retteten.
Es ist davon auszugehen, dass Überredungskünste 1933 fortfolgende Jahre ncihts gebracht hätten, es wäre trotzdem gemordet und gebrandschatzt worden.
Deshalb halte ich Ihre Idee aberwitzig und sogar zum gewissen Teil für gefährlich und von einem Aberglauben getragen, durch Einsetzen von Überredungskünsten würde ein gesellschaftlicher Wandel herbeigeführt.
Außerdem sehe ich von Ihnen die Bedingungen, unter denen Schwerstbehinderte, wie der Sohn von Frau Maubach und die Tocher von Frau Rosenberger et. al. leben, bisher beständig ausgeblendet. Fokussiert werden von Ihnen, Frau Link, Behinderte, die sich selber behelfen können. Was ist mit den Behinderten, die sich nicht oder nur in begrenztem Umfange behelfen können? Bitte geben Sie doch darauf eine Antwort.
Ferner bin ich erstaunt, wie wenig die antisozialen Lebens-bedingungen (massive Sozialkürzungen im öff. Gesundheitswesen in Großbritannien, wo Sie seit einigen Jahren wohnen und arbeiten) in Ihren Beiträgen reflektiert werden, um nicht zu sagen, bisher gar nicht.