Theresia Degener: Protest gegen Singer
Veröffentlicht am von Franz Schmahl
Bild: Rolf Barthel
Genf (kobinet) Theresia Degener begrüßt die Protestkundgebung „Kein Forum für Peter Singer" und übersandte heute Grußworte, weil sie selbst leider nicht teilnehmen könne. "Peter Singer ist ein erfolgreicher Wissenschaftler und ein Mensch, der sich verdienstvoll für den Tierschutz einsetzt. Er soll seine Menschenrechte, insbesondere das Recht auf Meinungs- und Redefreiheit und seine Wissenschaftsfreiheit genießen können", so die stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses der Vereinten Nationen für die Rechte von Menschen mit Behinderungen. "Aber er soll nicht die Menschenrechte anderer Menschen in Frage stellen. Das geschieht aber durch seine Praktische Ethik, in der er bestimmten behinderten Menschen, insbesondere schwerbehinderten Säuglingen das Lebensrecht abspricht. Er diskriminiert behinderte Menschen in dem er ein Leben mit Behinderung als potentiell negativ und für die Allgemeinheit als potentiell zu teuer einstuft."
Als vor fünfundzwanzig Jahren die Behindertenbewegung zusammen mit anderen sozialkritischen und kirchlichen Gruppen gegen die Auftritte von Peter Singer in Deutschland protestierte, war sie dabei. "Ich war dabei, nicht weil ich eine Gegnerin der Meinungsfreiheit war, sondern weil ich der Meinung war, dass diese Proteste notwendig waren, um die Menschenwürde und die Gleichheitsrechte behinderter Menschen zu verteidigen", so Degener.
Als vor fast zehn Jahren die Behindertenrechtskonvention in New York verabschiedet wurde, war sie erleichtert, weil endlich die Menschenrechte behinderter Menschen verbindlich festgeschrieben wurden: "Ich war froh, dass Menschen wie Peter Singer, nicht genügend Einfluss und Ansehen hatten, um die UN-Behindertenrechtskonvention und ihren Geist zu verhindern. Von den acht allgemeinen Prinzipien, die diesem Geist innewohnen sollen hier zwei genannt werden: die Achtung vor der dem Menschen innewohnenden Würde (Art. 3 a) und die Achtung vor der Unterschiedlichkeit von Menschen mit Behinderungen und die Akzeptanz dieser Menschen als Teil der menschlichen Vielfalt und der Menschheit (Art. 3 d)."
Peter Singer zu würdigen bedeutet nach Ansicht der Wissenschaftlerin, diesen Geist in Frage zu stellen: "Auch wenn es bei der Preisverleihung nun um seine Verdienste um den Tierschutz geht, wird dieser Geist der Behindertenrechtskonvention angefochten. Denn ohne die Abwertung behinderter Menschen, denen er einen Personenstatus aberkennt, ohne seine These, ein Schwein habe einen höheren moralischen Status als bestimmte schwerbehinderte Säuglinge, sind seine Positionen zu Tierrechten nicht zu haben. Er wertet Tiere und deren moralischen Status auf, indem er bestimmte behinderte Menschen abwertet. Die Abwertung behinderter Menschen ist der Preis für die Aufwertung der Tiere. Deshalb ist die Anerkennung seiner Verdienste um die Tierrechte leider implizit auch eine Anerkennung seiner Positionen zu Euthanasie."

Von Michael W
Appelle an die Redefreiheit machen sie aggressiv? Das muss ich nicht weiter kommentieren.
Sie finden, laut, aber friedlich zu demonstrieren, ist "Scheiße" ? Auch das spricht für sich.
Auf der Webseite werden Falschaussagen korrigiert, solche wie die, welcher sie sich wieder auch in ihrem Beitrag bedient haben. Deshalb verblüfft es mich etwas, dass sie explizit auf diese Webseite verweisen :-)
PS: Ihrer Logik nach halten sich alle Menschen, die Abtreibung befürworten für Gott, weil sie Föten das unbedingte Lebensrecht absprechen.
Von Kellerkind
Hr. Michael W. möchte ganz dolle, dass ich agressiv werde und appelliert an die Redefreiheit. Schaut euch diesen Link von Hr. Michael W. an.
https://proredefreiheit.wordpress.com/richtigstellungen/
Er macht "Peter Singer zu Gott", er sagt, dass er ja 99,9 Prozent der Behinderten ein lebensrecht zubilligt. Nach der UN gibt es 1 Mrd. Menschen mit Behinderung. Ich fange mal so an zu rechnen... na ja mal eben 1 Mill. Menschen als lebensunwert und Entsorgbar einstufen. Ich kann nicht verstehen, wie es sich dieser Mensch erlaubt, seine, ich bitte es zu entschuldigen, "Scheiße", im Kommentar abzugeben...
Und es ist noch viel anderer Müll in den Äußerungen von Hr. W.
Von Michael W
Liebe Demonstranten gegen Peter Singers Ideen,
bitte belasst es morgen beim Demonstrieren und lasst euch nicht dazu überreden, mit aggressiven Methoden einen Philosophen am reden zu hindern. Ich will das Forum nicht zuspammen, also habe ich meine Gründe in einem Blog dargelegt. Wir sehen uns morgen :-) www.proredefreiheit.wordpress.com
Von Axel Sänger
Naja, Singer verhält sich hier nicht als Wissenschaftler und Philosoph. Darum darf man ihn auch scharf kritisieren. Er vertritt nicht den Standpunkt der Verwirklichung der Freiheit. Damit ist alles Geschleime um die angebliche "wissenschaftliche Qualifikation" dieses Menschen überflüssig. Möglicherweise ist die venia legendi ihm "psychisch nicht bekommen". Wer ihn ernst nehmen will, sollte besser kein Behinderter sein.