Gemischte Bilanz des G7-Gipfels

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Mutter und Kind werden in Äthiopien behandelt, weil ein Trachom zur Erblindung führen kann
Mutter und Kind werden in Äthiopien behandelt, weil ein Trachom zur Erblindung führen kann
Bild: CBM/Giuliani

Bensheim (kobinet) Die Christoffel-Blindenmission (CBM) ist enttäuscht von den Ergebnissen des heute zu Ende gehenden G7-Gipfels zu den neuen globalen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen. Bei dem Thema der sogenannten vernachlässigten Tropenkrankheiten (Neglected Tropical Diseases, kurz NTDs) gibt es hingegen aus Sicht der CBM einen Grund zur Freude. Die  G7 haben sich nachdrücklich dazu bekannt, NTDs innerhalb der nächsten fünf Jahre auszurotten. Sie haben sich auch verpflichtet, Geld zur Prävention und Bekämpfung bereitzustellen. Mit diesen Geldern sollen neue Medikamente, Impfstoffe und Schnelltests erforscht werden.

„Das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung", so CBM-Geschäftsführer Dr. Rainer Brockhaus in einer Pressemitteilung. „Durch die Bekämpfung der NTDs können vermeidbare Behinderungen verhindert werden. Wir begrüßen ebenfalls, dass die G7-Staaten die Gesundheitsversorgung in Entwicklungsländern stärken wollen. Hier darf jedoch nicht unter den Tisch fallen, dass sie für alle zugänglich sein muss – auch für Menschen mit Behinderungen."

Die NTDs gelten aus zwei Gründen als vernachlässigt: Sie treffen meist die Ärmsten der Armen, da sie ausschließlich in Entwicklungsländern auftreten. Außerdem stand bislang wenig Geld zur Verfügung, um die Infizierten zu behandeln und neue Medikamente zu entwickeln. Unbehandelt aber führen die Krankheiten zu Behinderungen. Trachom zum Beispiel beeinträchtigt die Sehkraft bis hin zur Erblindung.