Weitere Aktionen nach Sommerpause

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

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Bild: ZsL Mainz

Mainz (kobinet) Wie sieht der Gesetzesentwurf für das geplante Bundesteilhabegesetzes aus? Mit dieser Frage beschäftigte sich Matthias Rösch, Landesbeauftragter für die Belange behinderter Menschen, bei der Mitgliederversammlung des Zentrums für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen (ZsL) in Mainz. Die Geschäftsführerin des ZsL Gracia Schade kündigte weitere Aktionen für ein gutes Bundesteilhabegesetz nach der Sommerpause an.

Nachdem das Bundeskabinett den Gesetzentwurf am 28. Juni beschlossen hat, steht das Vorhaben weiter in der Kritik. Zwar wurden gegenüber dem Referentenentwurf einige Korrekturen vorgenommen, ein wirklich gelungenes Vorhaben ist es aber noch immer nicht. Das war nicht nur die Einschätzung von Matthias Rösch, sondern auch der anwesenden Mitglieder. Einige Verbesserungen gegenüber dem ersten Entwurf konnte der Beauftragte dennoch feststellen. So werden Menschen, die sowohl Eingliederungshilfe wie auch Hilfe zur Pflege erhalten, jetzt den günstigeren Regelungen der Eingliederungshilfe unterstellt - sofern sie erwerbstätig sind und außerhalb eines Heimes wohnen. Einen weiteren Vorteil gegenüber dem Referentenentwurf sah der Beauftragte in der Regelung, dass Einkommen und Vermögen des Partners nun nicht mehr angerechnet werden. Das gilt allerdings nur, sofern Eingliederungshilfe bezogen wird, nicht jedoch bei Hilfe zur Pflege. Auch eigenes Vermögen und Einkommen werden nach wie vor angerechnet, so dass Normalverdiener letztlich keine Rücklagen bilden können.

"Ein großer Kritikpunkt ist: Es gibt kein Recht auf inklusive Leistung", erklärte Matthias Rösch. Außerdem seien etliche Formulierungen unpräzise, ließen Raum für Interpretation und Ermessen. Daher appellierte er, weiter Druck zu machen und für Verbesserungen zu kämpfen. Im Herbst wird das Bundesteilhabegesetz im Bundestag beraten, danach muss der Bundesrat zustimmen. "Noch ist der Kampf nicht verloren", stellte Gracia Schade, Geschäftsführerin und Vorstandsmitglied des ZsL Mainz, fest. Man müsse weiter am Thema dranbleiben. "Nach den Sommerferien werden wir weitere Aktionen starten", kündigte Gracia Schade an. Geplant sei unter anderem ein Expertengespräch zu diesem sehr komplexen Thema.

Beim Rückblick auf das vergangene Geschäftsjahr zog Gracia Schade eine positive Bilanz. Die Expertengespräche – etwa zum Bundesteilhabegesetz oder zum Thema Asyl und Behinderung - seien auf große Resonanz gestoßen. Gut nachgefragt waren auch Vorträge, Seminare, Fortbildungen und Beratungsangebote. Was die Beratungsstatistik anbelangt, so seien die Themen in Mainz breit gefächert – sie reichten von Arbeit, Bildung, Barrierefreiheit und Wohnen über Assistenz und selbstbestimmtes Leben bis hin zu Gesundheit und Finanzen.

Intensivieren will das ZsL in naher Zukunft die Bereiche Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit. Grund dafür ist, dass man Geld für zwei größere Projekte braucht: Dringender Bedarf besteht an einem Lift, da der bestehende Aufzug in die Räume des ZsL immer wieder ausfällt. Spenden benötigt der Verein auch für die zweite Inklusionsmesse, die 2018 stattfinden soll. Die erste Messe im April 2016 sei ein großer Erfolg gewesen, berichtete Gracia Schade. Insgesamt hätten 2.500 BesucherInnen die Veranstaltung im Mainzer Rathaus besucht. Für 2018 favorisiere man die Rheingoldhalle als Veranstaltungsort. Bei den turnusmäßigen Neuwahlen des ZsL-Vorstandes wurden Gracia Schade und Ellen Kubica wieder gewählt. Neu im Vorstandsteam sind Lukas Krause (27) und Carsten Trimpop (45).

Lesermeinungen zu “Weitere Aktionen nach Sommerpause” (3)

Von nurhessen

"Ein großer Kritikpunkt ist: Es gibt kein Recht auf inklusive Leistung", erklärte Matthias Rösch.
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„Grund dafür ist, dass man Geld für zwei größere Projekte braucht: Dringender Bedarf besteht an einem Lift, da der bestehende Aufzug in die Räume des ZsL immer wieder ausfällt. Spenden benötigt der Verein auch für die zweite Inklusionsmesse, die 2018 stattfinden soll…“ (Zitat Gracia Schade)

Angesichts dieser Äußerungen des ZsL rlp schließe ich mich den Fragen von „mheidelberg“ und der Feststellung von Andreas Vega an. Zynisch möchte ich fragen, was zum Teufel macht der ZsL rlp – außer „Inklusionsmessen“ zu veranstalten und um Spenden zu bitten? Im Land Rheinland-Pfalz ist die Inklusion außer leeren Worthülsen jedenfalls noch nicht angekommen, wenn man davon absieht, dass Sondereinrichtungen in Inklusionseinrichtungen umgetauft werden. Braucht der Zsl rlp öffentliche Spendengelder, um auf Inklusionsmessen die Bevölkerung darüber aufzuklären, dass Inklusion mitsamt zugehöriger Assistenzleistungen nunmehr in Sondereinrichtungen stattfindet, die ein neues Mäntelchen bekommen haben? Andersens Märchen über des Kaisers neue Kleider lässt herzlich grüßen!

Von mheidelberg

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"Noch ist der Kampf nicht verloren", stellte Gracia Schade, Geschäftsführerin und Vorstandsmitglied des ZsL Mainz, fest. Man müsse weiter am Thema dranbleiben.

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Intensivieren will das ZsL in naher Zukunft die Bereiche Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit. Grund dafür ist, dass man Geld für zwei größere Projekte braucht: ...

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Insgesamt hätten 2.500 BesucherInnen die Veranstaltung im Mainzer Rathaus besucht. Für 2018 favorisiere man die Rheingoldhalle als Veranstaltungsort.

- Wer zum Teufel ist "man"?

Von Andreas Vega

Andere Behindertenbeauftragte anderer Bundesländer haben sich schon lange vorher wesentlich eindeutiger geäußert! Matthias Rösch ist hier nicht der schnellste und lässt es an Deutlichkeit sehr vermissen. Dieses Bundesteilhabegesetz muss verhindert werden! Und eine Sommerpause können wir uns überhaupt nicht leisten! In München laufen bereits Vorbereitungen für weitere Veranstaltungen, so zum Beispiel eine Podiumsdiskussion mit Bundestagsabgeordneten im September. Wir werden rechtzeitig darüber informieren!