Petition gegen Zwangseinweisungen in Heime
Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul
Bild: AbilityWatch
Berlin (kobinet) Die Initiative AbiltyWatch hat gestern auf der Internetplattform change.org eine Petition gegen die Zwangseinweisung behinderter Menschen in Heime gestartet. Die Petition, die sich an die Parteivorsitzenden der CDU, CSU, SPD, Grünen, Linken und FDP richtet, wurde in den ersten Stunden bereits von 800 UnterstützerInnen unterzeichnet.
"Stellen Sie sich vor, Sie müssten Ihre Wohnung aufgeben und gegen Ihren Willen in ein Zimmer in einem Wohnheim ziehen. Sie könnten dort nicht mehr frei bestimmen, was sie wann essen möchten oder wann Sie duschen oder wann Sie abends ins Bett gehen möchten. Auch könnten Sie sich nicht aussuchen, wen Sie in Ihre Intimsphäre lassen, auf wen sie angewiesen sein werden und wem Sie vertrauen. Unvorstellbar? Vielen Menschen mit Behinderung droht genau dieses Schicksal. In Deutschland, im Jahr 2017", heißt es im Text zur Petition.
Im Vorfeld der Aktionen zum Europäischen Protesttag für die Gleichstellung behinderter Menschen um den 5. Mai herum setzt AbilityWatch mit der Petition ein Zeichen gegen die Einschränkung des Wunsch- und Wahlrechtes auf ein selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen und für die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.

Von Uwe Heineker
Ich sehe solche Petitionsplattformen eher etwas kritisch, weil diese jeder für jede Angelegenheit nutzen kann und deshalb die Gefahr droht, von der Politik nicht mehr ernst genommen oder ignoriert zu werden. Ich würde daher lieber auf spektakuläre Aktionen vor Ort setzen.
Von Tomtom
Habe gestern eine Petition gegen den Panzerhandel von Rheinmetall mit der Türkei unterschrieben . Die Akteure wollen einen Panzer mieten und damit die Unerschriften dem Bundestag überbringen. Wäre doch auch eine Idee für die Unterschriftenübergabe dieser Petition. Oder in Steigerung des Fotos , einen mobilen Käfig hinter einem Traktor , mit dem man Melk- u. Schlachtvieh von der Koppel holt. Etwas anderes als " Melk - u. Schlachtvieh" scheinen die "Leistungsbewilliger" und die kommerzialisierte " Behindertenhilfe" in M.m.B. eh nicht zu sehen.